Freitag, 26. April 2013

Karrierefrau.

Es kommt immer anders als man denkt.
Das hatten wir ja schon mal.
Und meistens beläuft sich das "anders" auf irgendeine doofe, unangenehme Überraschung. Selten freut man sich darüber. Noch seltener erfüllt sich ein Herzenswunsch. Am seltensten ist man mit dem "anders" seinem Kindheitstraum plötzlich so nah wie ein nasser Badeanzug dem Körper.
Am seltensten heißt aber nicht nie.
"In die Reihe Schlüssellyrik und Aphorismen passt dieser Vorschlag, er ist frisch [...] und bisweilen auch neu im Entdecken von Sprachbildern und Wendungen. Eine Inverlagnahme in diesem Bereich halte ich für sinnvoll. [...]"
Mit dem Kücken im Bauch darf frau leider keine euphorisch-hysterischen Freudensprünge zur Decke und zurück machen. Laut geschrien habe ich auch nicht. Glaube ich.

Ist vielleicht auch nicht so angebracht. Schließlich ist oben zitierter Text aus dem mittlerweile dritten Inverlagnahme-Angebot entnommen. Das erste Angebot protzte mit unschlagbaren Auflagenzahlen, um im Kleingedruckten freundlich auf den Selbstbeteiligungsbetrag des Autors in Höhe von knappen 2000 € hinzuweisen. Im zweiten Angebot lag der Betrag zwar nur bei um die 1.300 €, aber als werdende Schüler-Mama mit Sozialhilfeunterstützung (mein Gott, wie das klingt!)... Vielen Dank, aber leider steht meine finanzielle Situation einer Zusammenarbeit im Weg.
"Nach Einsendung ihres Manuskripts können wir Ihnen ein Angebot unterbreiten."
Ah.
Tja.
Unschlagbarer Optimismus hat noch niemandem geschadet. Also sitze ich nun mit dem Laptop auf den Knien auf der Wiese und tippe mir die Finger wund. Soziale Kontakte? Pah, wer braucht die schon. Und wer weiß. Wenn ich mal so richtig richtig richtig berühmt bin, habe ich wahrscheinlich mehr als genug davon.

Achja, PS: Da dieser Blog Teil meines literarischen Schaffens ist, werden aus dem Archiv in nächster Zeit sehr (sehr) viele Einträge verschwinden. Ich denke es ist kontraproduktiv, wenn Sachen, die man gern in einem echten Buch lesen würde, so ähnlich und frei zugänglich im www herumschwirren. Will ja nicht meinen virtuellen Doktortitel und meine Würde verlieren, noch mich von Plagiatsvorwürfen überhäuft sehen. Ich hoffe, meine Mitmenschen haben dafür Verständnis.