Donnerstag, 16. Mai 2013

Wasser marsch!

"Sie sollten mehr trinken!"
Na klar. Ich frage mich nur, ob diese Frau weiß, wie schwer ihr Vorschlag in die Tat umsetzbar ist. Da gibt es nämlich jemanden in meinem Bauch, dem es Spaß macht, auf meiner Blase Trampolin zu springen.

Ich weiß schon gar nicht mehr richtig, wie es sich anfühlt, nicht auf Toilette zu müssen. Mit der Lebenszeit, die ich während meiner Schwangerschaft auf der Suche nach einer und in Schlangen vor der Damentoilette verbringe, könnte ich locker drei Wochen faul irgendwo in der Sonne liegen.
Ich meide längere Veranstaltungen. Hüte mich, mich in großer Entfernung zum nächsten Klo aufzuhalten. Mein gesamter Alltag richtet sich nach regelmäßigen Pinkelpausen.

So weit alles erträglich, wäre da nicht die doofe Sturköpfigkeit meiner Blase. Es ist nämlich nicht so, dass frau immer dann, wenn sie das Gefühl hat, sehr dringend Wasser lassen zu müssen, auch wirklich Wasser lassen muss. Nee. So geht das nicht. Da macht man alle Welt um sich herum verrückt, riskiert Blech- und Personenschäden auf der Autobahn, um möglichst schnell den nächsten Rastplatz mit Klo zu erreichen... und dann: nichts. Mein Harnorgan verweigert angesichts der penetranten Belästigung meines Untermieters seine Arbeit und sperrt alle Ausgänge.
Ein Warnstreik und noch einer und noch einer.

Da ich nun aber folgsam den Rat oben genannter Frau beherzige und täglich ein Viertel Amazonas in mich gieße, ist da überschüssige Flüssigkeit da, die nach draußen drängt. Wenn nicht durch die Blase, dann eben anders: Ich schwitze wie ein Leistungssportler, wenn ich die Treppe vom Erdgeschoss zum ersten Obergeschoss der Bibliothek erklommen habe. Reden wir nicht über die drei Treppenaufgänge in der Schule. Und - was das Schlimmste ist - meine Waden und Füße sind als solche kaum noch zu identifizieren. Dicke, aufgeblasene, runde Knollen treffen es wohl eher. Werde mir wohl bald im Altenheim nebenan ein paar von diesen super-schicken Kompressionsstrümpfen ausleihen. Vielleicht kann man die ja färben und als Kniestrümpfe ausgeben.

"Wasser braucht der Wasserfloh und das Nilpferd ebenso..."
Ja, schön. Aber in meinen Beinen hat das bitte nichts zu suchen.