Sonntag, 30. Juni 2013

Über das Essen.

Allgemein bekannt ist, dass Schwangere plötzlich anfangen, komische Dinge zu essen. Saure Gurken mit Schwarzwälder Kirschtorte, zum Beispiel.
Stimmt nicht.
Zumindest nicht bei mir.

Was stimmt, ist, dass sich auf einmal sämtliche Vorlieben und Geschmäcker ändern. Dass man grauenhafte Heißhungerattacken immer auf jene Dinge bekommt, die gerade nicht im Kühlschrank oder sonstwo in der Nähe zugegen sind. Dass einem schon von bestimmten Gerüchen furchtbar schlecht wird. Und dass man (zumindest in der ersten Hälfte) unendlich viel essen möchte.

Ich mag keine Schokolade mehr. Katzenzungen? Schwarze Herrenschokolade? Baah, bleibt bloß weg.
Der Geruch von Gebratenem, sei es Ei, Zwiebel, Tofu oder Ähnliches treibt mich schier in den Wahnsinn.
Es kostet mich jedes mal ein ganzes Stück Überwindung, meinen Koch-Freund mit einem Kuss zu begrüßen, wenn er von Arbeit kommt. Geh duschen, Schatz. Bitte!
Süße Sachen sind auch nicht mehr so mein Ding. Kartoffelpuffer? Nur wenn's sein muss.
Was immer geht sind Pilze. Als Pfanne, dazu Reis. Und Spinat, in allen Varianten. Überhaupt: Gemüse! Gekocht, gedünstet, gebraten, überbacken, irgendwie, mir egal. Hauptsache es ist Gemüse.
Und Obst! Frühstück ohne Obst ist nämlich kein richtiges Frühstück.

Für zwei essen ist quatsch. Darin sind sich mittlerweile alle Fachmänner und -frauen einig. In Wahrheit beträgt der Mehr-Energiebedarf von Schwangeren mit gesunder, ausgewogener Ernährung nämlich nur so viel wie etwa ein Käsebrot. Pro Tag. Heist: in etwa 260 kcal. Nicht viel, oder?
Doch egal was alle Leute vom Fach so behaupten: Ich esse trotzdem für zwei. Auch wenn in meinem Magen jetzt ein bisschen weniger Platz ist, weil er von unten etwas zusammengedrückt wird. Na und. Dann wird eben in kleinen Portionen gemampft. Dafür kontinuierlich.
Ca. 20 kg habe ich bis jetzt zugelegt.
Krass, was?
Seltsamerweise ist mir das ganz schön egal. Wann kann frau schon mal ohne schlechtes Gewissen von allen Dingen, die sie vergöttert, so viel wie sie möchte in sich hineinstopfen? Na bitte. Damit wieder aufhören kann ich hinterher immernoch. Und wenn 10 kg bleiben: Who cares? Mamas dürfen mollig sein. Sagt sogar mein Herzensmensch.

Und deshalb geh ich jetzt noch eine Schüssel Rote Grütze essen.