Donnerstag, 28. Mai 2015

Honig ohne Honig - Experiment Wiesenküche, Part Eins.


Jaja, ich weiß, der Löwenzahn draußen heißt mittlerweile schon Pusteblume und wird fleißig vom Winde verweht. Wieder mal hänge ich arg hinterher mit meiner Posterei.
Macht nichts, nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr. Oder so ähnlich.
Vor ein paar Wochen habe ich also zum ersten Mal Löwenzahnhonig gemacht (liebe Luise, falls du das liest: habe gestern deinen Blog nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder gelesen, danke für die unbewusste Gedankenstütze!), weil das Kind dem Blütensammeln alles andere als abgeneigt war. Und irgendwie muss man ja uns beide beschäftigen.

Also, hier das mengenangabenlose Rezept (abhängig von der Anzahl der Blüten die wiederum abhängig von Lust und Geduld des Kindes sind):


Grundzutaten:

  • Löwenzahnblüten
  • Wasser
  • Zucker (brauner Rohrohrzucker wirkt sich verdunkelnd auf die "Honig"farbe aus)
  • eine Bio-Zitrone


Zunächst alle gesammelten Blüten auf einem Küchentuch ausbreiten und eine Weile liegen lassen. Gibt dem möglicherweise mitgefangenem Krabbelgetier die Möglichkeit zur Flucht.
Dann beginnt die wunderbar meditative Arbeit des Blüten-vom-Grünzeug-Abzupfens. Das gelbe ins Töpfchen, das grüne ins... in den Kompost.


Nach gefühlten zwei Stunden Zupfen mit einem Messbecher Wasser in den Topf füllen, bis die Blüten ganz bedeckt sind. Wichtig: Genau darauf achten, wie viel Wasser man da reinschüttet. Menge merken, der Zucker wird später im Verhältnis 1:1 zugegeben. Bei einem Liter Wasser wäre das dann ein ganzes Kilo. Ganz schön heftig... süß.

Wasser-Blütengemisch auf den Herd stellen, Deckel drauf, kochen. Die Zitrone waschen, in Scheiben schneiden und in die Mischung geben.



Alles zusammen sollte eine Weile sprudeln vor sich hin kochen. Danach vom Herd nehmen und mit einem durchlässigen Tuch abdecken.



So über Nacht dort stehen und ziehen lassen, wo es keinen stört.

Dann wird der gelben Flüssigkeit der Zucker zugefügt. Wie schon gesagt: im Verhältnis 1:1. Es funktioniert auch mit weniger, allerdings braucht die Masse dann Ewigkeiten zum eindicken. Ewigkeiten. Wirkliche Ewigkeiten. Das hätte man mir leider vorher mitteilen müssen.

Der Zucker reicht nicht ganz für das Mischverhältnis aus der Rezeptvorlage. Was solls, denke ich und beginne die Masse kochen zu lassen. Auf mittlerer Stufe leise vor sich hin. Und es koch und kocht und kocht und kocht...


...und kocht. Und kocht. Der Blick ins Rezept meint: Nach einer Stunde fange die Masse an zu dicken. Äh...? Nach fast zwei Stunden habe ich weder Zeit noch Lust und fülle, obwohl ich den "Honig" fast noch als Sirup verkaufen kann, das heiße Zeug in Gläser. Deckel zu, auf den Kopf stellen.
Done!