Mittwoch, 6. Mai 2015

Wortrausch.

Sitze am Schreibtisch. Mache Notizen zum Telefonat.
"Mh", sage ich. Und "Ja." und "Genau..".
Beende es schließlich, nachdenklich. Lese die Notizen. Öffne meinen Blog und scrolle.

Und da fällt es mir ein.
Will ich das? Will ich noch mehr löschen, noch mehr zensieren, noch mehr der freien Zugänglichkeit entziehen? Eintauschen gegen käufliche Literatur?
Ich, die das Geld abschaffen möchte. Wenn ich könnte. Die darüber stöhnt, dass alles Geld kosten muss. Und wie viel! Die die monatlichen Bewegungen auf ihrem Konto zunehmend mit Sorge betrachtet, die angewiesen ist auf diese und jene Unterstützung. Die nichts lieber hat als wunderbare Bettlektüre, für umsonst. Die durch den Buchladen streift und Listen schreibt mit Titeln, die sie sich wünschen wird, bei Gelegenheit, für die das Geld nicht reicht. Die die Mängelexemplare-Körbe lieben gelernt hat. Die bei Worten wie "Profit" und "Markt" die Pickel sprießen sieht, die teilen und schenken und borgen preist und "Mir ging es noch nie um Geld oder Karriere" in die Welt hinaus trötet.

Und dann sehe ich, wie schlechte Essens-Fotos und halbrelevanter Kreativ-Quatsch die Worte verdrängen. Wie ich allmählich nichts mehr zu sagen habe. Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich die schönen Dinge zurückhalte. Für mich. Für später. Geheimniskrämerei. Vorenthalten, hamstern.
Für ein Cover, papierene Seiten, zum anfassen, zum anstreichen, zum besitzen, zum hinstellen - zum kaufen.

Tue es dennoch.
Es tut mir Leid.