Montag, 19. Oktober 2015

DIY-Waschmittel aus Kastanien - Selbstversuch.

Eigentlich (schon wieder ein Post, der mit eigentlich beginnt) wollte ich (und mit ...wollte ich... weiter geht) nur herausfinden, wie das funktioniert, nur aller 3 Monate die Haare mit Shampoo zu waschen. Hab ich nicht. Dafür eine witzige Anleitung für Waschmittel aus Kastanien gefunden.
Hab das mit meiner kleinen Schwester sofort ausprobiert und dokumentiert. Forscherinstinkt.

Was man dazu braucht: (für einen Waschgang, 3,5 kg)

  • eine reichlich große Hand voll Kastanien
  • einen Hammer
  • Leitungswasser
  • ein Einmach-Glas mit Deckel


Kastanien mittels Hammer zerkleinern. 




Kastanienteile in das Glas füllen, Wasser dazu geben bis sie in etwa bedeckt sind.
Deckel zudrehen und kräftig schütteln.

Für mehrere Stunden stehen lassen, damit die Kastanien "ausschleimen" können - es ensteht eine weißliche Brühe.

Durch ein Tuch in das Waschmittel-Fach der Waschmaschine geben. Weichspüler weglassen!

Aber warum...?
Kastanien enthalten Saponine. Stoffe, die in Verbindung mit Wasser ähnlich wie Seife wirken. Mehr finde ich dazu dann aber auch nicht. Reich ja auch.

Das Resultat nach dem Waschgang (normale dunkle Wäsche von einer Woche Kindergarten/Housewife-Dasein) ist erstmal gut: Wäsche sieht sauber aus. Riecht aber (logisch!) irgendwie... nach nichts. Bis auf Mamas T-Shirts. Unter den Achseln ist der Schweiß noch deutlich zu erschnuppern. Na prima. Und auch die Tomatensoße auf dem Kinderpulli ist schwächer, aber nicht vollständig heraus gewaschen.
Meine Schwester ist ein bisschen enttäuscht. Ich erkläre ihr, dass Kastanien sich nicht mit chemischen Drogeriemarkt-Keulen gleichsetzen lassen. Dass Tomatensaucen-Flecke eh hartnäckig sind und dass es selbst bei konventionellem Waschmittel und Weichspüler passiert, das T-Shirts immernoch nach Schweiß riechen.
Entschließen uns, den Kastanien eine weitere Chance zu geben. Diesmal mit der rot-bunten Wäsche. Hartnäckige Flecken werden vorher mit Gallseife bearbeitet. Nur das Geruchsproblem (irgendwie haben wir uns an gut riechende Wäsche so gewöhnt, dass wir darin eine Notwendigkeit sehen) löst sich erst nach späterer Internet-Recherche. Stichwort: Lavendel-Öl. Klappt super.

Endlich hat meine übertrieben kindliche, fast schon zwanghafte kiloweise Kastanien-Sammelei einen Sinn. Juhu! Nachmachen!