Dienstag, 24. Mai 2016

Gefliedert! - Meet Frieder, den Kumpel von Hugo.


Das hier ist quasi ein Last minute-Eilpost! So lange blüht es nämlich da draußen nicht mehr....

Letztes Jahr, als ich hier noch in Elternzeit herumvegetiert und endlos viel Zeit in Entdeckungen investiert habe (oh, wie sehr ich diese Tage vermisse!), da habe ich auch mal etwas über Fliedersirup gelesen. Fliedersirup gekocht. Fliederkuchen mit Fliedersirup gebacken. Und mich dann so sehr dafür gefeiert (Flieder! Flieder! Und dann auch noch zum trinken, wie genial ist das denn bitte??), dass ich ganz vergessen hatte, das fotografisch festzuhalten. Mist.

Darum in diesem Jahr noch einmal heimlich den Fliederstrauch vor dem Haus meiner Eltern geplündert (Sorry Mutti!)...

Und jetzt stellt schon mal den Sekt kalt, das hier ist großartig!


You will need:

  • 5-8 Fliederdolden (vom echten Frühjahrs-Flieder (Gemeiner Flieder), das sei an dieser Stelle noch einmal besonders erwähnt. Der sog. "Sommerflieder" (Schmetterlingsflieder) ist ein später blühendes Ziergewächs und giftig. Außerdem erwähnenswert: Je dunkler die Blütenfarbe, desto intensiver der Farbeffekt)
  • eine Bio-Zitrone
  • 1-1,5 Liter Wasser
  • 500 - 750 g Zucker (Hier erwähnenswert: Ich habe eigentlich immer dunklen Vollrohrzucker da. Der wirkt sich ähnlich wie beim Löwenzahnhonig verdunkelnd auf die Sirupfarbe aus und versaut am Ende die tolle Farbgebung durch die Blüten. Merke also: beim nächsten Mal zähneknirschend weißen Zucker kaufen oder die Optik weniger wichtig nehmen....)
  • ein Päckchen Zitronensäure - damit es nicht so süß wird und sich besser hält
Reicht für zwei 300 ml - Flaschen. Also Sekt für zwei Grillparties.



Geht los: Fliederblüten abzupfen und in einen Topf werfen. Mit Wasser aufgießen und die Zitronen in Scheiben dazu geben. Auf dem Herd erhitzen und den Zucker dazuschütten. Aufkochen, kochen lassen. Eieruhr auf 20 Minuten. Danach Herd aus und Topf zur Seite schieben.
Das wars. Fast.


Der ganze Blüten-Zucker-Zitronen-Matsch muss jetzt mindestens 2 Tage lang irgendwo ungestört und kühl herumstehen. Im Kühlschrank, oder sonstwo. In dieser Zeit geben nämlich die Blüten ihr tolles Aroma und ihre Farbe an das Zuckerwasser ab. 
Schlussendlich wird der Matsch durch ein Sieb in einen anderen Topf gegossen, erneut aufgekocht, mit Zitronensäure versetzt und noch heiß in Flaschen gefüllt. Et voilá!

Noch ein Absätzchen zur Haltbarkeit: Durch das heiße Abfüllen und die Zitronensäure sollte der Sirup eigentlich eingekocht und damit nahezu unbegrenzt ungekühlt haltbar sein. In der Theorie. Praktisch musste ich im letzten Jahr alle Flaschen nach 3,5 Monaten dem Abfluss zuführen. Im Kühlschrank sollten sie sich aber mindestens ein Jahr halten. Sagt das Internet. Na gut - schmeckt ohnehin gekühlt am besten.

Und eins zur Verwendung: Im Sekt! Holunderblütensirup im Sekt kann ja wohl keiner mehr sehen, nachdem sich dieser Hugo in den letzten zwei Jahren auf wirklich jeder Feier eingeladen hat... 
Als erfrischendes Warme-Tage-Getränk mit kaltem Wasser ist er aber auch familientauglich. Die streitet sich übrigens darüber, ob der Sirup nun wirklich so schmeckt, wie die Fliederblüten riechen. Ich finde: Absolut!


Ach Frieder... Ich bin ganz verliebt! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hey, ich freu mich, wenn du mir was nettes schreibst!