Mittwoch, 8. Juni 2016

Rumhängen.


Ich habe lange darüber nachgedacht. Ewig und intensiv. Und mich entschieden, ganz einfach die Wahrheit zu sagen. What else. Also. Aufpassen.

Bin jetzt ganz schön aufgeregt. Das hier, was ich gerade in diesem Augenblick in meine alte Klicker-Tastatur tippe, ist... der vierhundertste Blogeintrag!
Vierhundert Blogeinträge. Das klingt nach einer riesigen Anzahl. Angenommen, ich hätte all das als Buch publiziert.... Beeindruckend! Phänomenal!

Aber das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich feiere den vierhundertsten Blogeintrag mit meinem allerersten Sponsored Post. Das ist aufregend und komisch. Ich mache hier Werbung. Ich fordere euch gleich auf, eine Internetseite zu besuchen und bestenfalls ein Produkt zu erwerben. Ich zeige euch tolle Fotos von einer Hängematte, die ich umsonst bekommen habe. Dafür, dass ich hier darüber schreibe. Positiv nach Möglichkeit. Ist das moralisch überhaupt vertretbar?


Vorgeschichte: In meinem Blog-Email-Postfach landete im Winter eine kurze Nachricht. Ob ich mir vorstellen... Absenderfirma gestalked: Hängematten. Ich hatte noch nie eine eigene Hängematte besessen. Das war ein stiller, heimlicher Wunsch, der sich in mir immer mal wieder regte. Ich hielt diese Nachricht für ein göttliches Zeichen und war im Begriff, dem Absender mit einem juchzendem "Ja, ich will!" in die Arme zu fallen. Das Gewissen weigerte sich und eröffnete ein Plenum:

Will ich kommerziell bloggen? Will ich mich für subtile Werbung kaufen lassen? Will ich mich dieser Kapitalismus-Logik unterwerfen? Will ich unauthentisch meine Leser belügen, in dem ich Interesse vortäusche und ein Produkt empfehle, was ich gar nicht wirklich mag? Nur, weil ich es kostenfrei bekommen habe? Will ich das? Meine edlen Motive über Bord werfen?
Für eine... Hängematte?

Ja.

Aus folgenden Gründen:

  • Hängematte.
  • Hängematte.
  • Ihr müsst hier nichts kaufen. Ich zeige euch nur Fotos. Alles halb so wild.
  • Ich bin jung und brauche mein Geld.
  • Hängematte.
  • Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, dass es Leute tatsächlich ernst meinen und mir popligen Bloggerin kostenfreie Produkte zusenden. Oh, diese Neugierde!
  • Nachdem ich ein bisschen auf der Internetseite durchgeklickt habe, erschienen mir die ganzen Sachen tatsächlich so toll und begehrenswert, dass ich kein Interesse mehr vortäuschen muss. Das ist nämlich schon da.
  • Die Anfrage war unkompliziert und sympathisch. Pluspunkte.
Das war drin im Paket.

Und darum geht es jetzt: Um den Onlineshop Hängemattengigant. Da gibt es... logisch. 
Aber auch Hänge-Sessel und anderen komfortablen tollen Kram. Die Auswahl ist schon fast zu üppig. Hundert Farbkombinationen, hunderte Größen. Gigant trifft das eigentlich ganz gut.

Mein schlechtes Gewissen erfreut sich besonders daran:
"Grundlegend bei unserem Sortiment ist, dass jedes Produkt ein Gefühl der Zufriedenheit verleihen muss. HängemattenGigant.de verkauft ausschließlich Fair Trade und/oder ökologisch hergestellte Produkte."
Ist das großartig oder ist das großartig?

Schnell eine Hängematte ausgesucht. Versand ohne unnötige Verpackung. Wir reißen die Folie herunter und ich bin sofort verliebt. Wunderbare Farben. Robuster Stoff. Und nach mühsamen Studium der Montageanleitung sicherer Halt am Schaukelgestell meiner Eltern. Das Kind und ich freuen uns so laut, dass die Nachbarn gucken kommen. Oh.

Mittagsschlafhölen-geeignet!
Eignet sich auch als Geheimversteck. Zum heimlich Gummibärchen essen.
Mamas Perspektive. Haaach.
Einfache Befestigung, sicherer Halt. Beeindruckt mich ja schon...

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