Samstag, 12. November 2016

Schenken macht Freude.

Eigentlich wollte ich über etwas anderes bloggen. Was mit basteln. Vom Frühling, angestaubte Fotos auf der Festplatte. Öffne die Blogger-Dashboard-Oberfläche und sehe meine Statistik explodieren. 900 Aufrufe an einem Tag. Oh la la. Entscheide darum ganz spontan, meine kurzzeitig hohe Reichweite für Werbung zu nutzen. Da müsst ihr jetzt durch. Sorrynotsorry.


Kennt ihr schon "Weihnachten im Schuhkarton"? Das ist eine Aktion des christlichen Werks "Geschenke der Hoffnung", eine Organisation für benachteiligte Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe.
Nach eigener Angabe verteilen die Mitarbeiter schon seit 1993 Weihnachtsgeschenke-Päckchen an benachteiligte Kinder zwischen zwei und 14. Diese Päckchen, genauer: mit Geschenkpapier beklebte Schuhkartons, werden von vielen vielen Menschen im deutschsprachigen Raum jedes Jahr im November gepackt und zu zentralen Abgabestellen in der Nähe gebracht. Von dort finden sie ihren Weg in Länder, die wir spontan als "arm" bezeichnen würden: Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Weißrussland, aber auch Namibia, Kambodscha, ...



Warum? Aus christlicher Nächstenliebe, aus Wertschätzung. Für einige Kinder ist der Schuhkarton das erste Weihnachtsgeschenk, das sie überhaupt erhalten, weil ihre Eltern sich Geschenke nicht leisten können. Es geht dabei nicht um den materiellen Wert der Sachen im Karton, sondern darum, den Kindern und deren Familien zu zeigen, dass wir an sie denken. Dass sie uns in unserer ekelhaften westeuropäischen Wohlstandblase nicht egal sind, sondern geliebt und wertgeschätzt.

Möglicherweise hat das für einige nun einen komischen esoterisch-missionarisch-dogmatischen Beigeschmack, arbeitet die Aktion doch mit christlichem Hintergrund und mit örtlichen Kirchgemeinden zusammen. Aber darum geht es nicht. Ja - vielleicht ist der Anspruch da, die eigentliche Bedeutung von Weihnachten in die Welt zu tragen. Freude schenken steht dennoch im Vordergrund:
"Weihnachten ist ein christliches Fest – deswegen ist es für uns selbstverständlich, dass eine Weihnachtsgeschenkaktion wie „Weihnachten im Schuhkarton“ in den christlichen Kontext eingebettet ist. Doch ebenso wichtig ist es uns, dass die Päckchen unabhängig von Religion, Konfession oder Herkunft verteilt werden. Wir sind der Überzeugung: Gottes Liebesangebot gilt jedem Menschen."
So schreibt die Aktion auf ihrer Website. Und damit haben sie recht!

(c) Geschenke der Hoffnung
Wie geht das jetzt genau?
Auch dafür gibt es eine genaue Anleitung auf der Website:

Screenshot
Das Einkaufen der Geschenke macht ungefähr so viel Spaß wie Lebkuchen backen. Es ist wunderbar. Seit mehreren Jahren ziehe ich durch die Regale und suche aus. Verwerfe. Suche neu. Habe den Karton im Arm und übe mich in effektiver Platzausnutzung. Stelle mir dieses Kind vor, wie es den Deckel anhebt. Wie es mit den Buntstiften im Malblock malt. Wie die rosa Spangen in dunklem Haar glitzern...
Mein Herz tanzt.

Was kann rein? Von jedem etwas. Und zwar:

  • noch nicht gewaschene Kleidung, wie Badesachen, Handschuhe, Pullover, Socken usw.
  • Kuscheltiere
  • Waschkram: Cremes, Shampoo (auslaufsicher verpackt), Haarschmuck, Handtuch, Kamm, Zahnpasta,...
  • Spielzeug
  • originalverpackte Süßigkeiten, die mindestens bis März des Folgejahres haltbar sind
  • Schulmaterialien wie Bunt-/Bleistifte mit Anspitzer und Radiergummi, Blöcke, Füller mit Patronen
Verboten sind dagegen folgende Dinge:
  • Gebrauchtes, zum Beispiel Kleidung - klar, wir wollen alle gern neue, schöne Geschenke bekommen
  • Lebensmittel, ausgenommen der Süßigkeiten. Die müssen aber folgenden Kriterien entsprechen: Schokolade ohne stückige Füllungen (Nüsse, Smarties und so Gedöns) und auch keine Gelierstoffe wie in Gummibärchen und Kaubonbons
  • Seife und Flüssigkeiten, die leicht auslaufen (Seifenblasen)
  • Medikamente und Vitaminbrausetabletten
  • Zerbrechliches
  • scharfe, spitze und andere gefährliche Gegenstände (Schere, Werkzeuge, Messer)
  • batteriebetriebene Gegenstände 
  • Spielkarten (Skat)
  • angstauslösende Dinge wie Kriegsspielzeug, Hexerei- und Zaubereiartikel
  • Literatur jeder Art - schon aus Sprach-Gründen
  • Bargeld
Nachzulesen und idiotensicher erklärt ist aber alles auch nochmal hier.


Meine liebsten Lieblingsmädchen und ich haben dieses Jahr gemeinsam gepackt, für einen Jungen zwischen 10 und 14 Jahren. 
Kostenpunkt mit Spende: Um die 40 €.
Ja, das ist viel. Vor allem als Studentin. Und Alleinerziehende. Aber das ist auch schön. Es ist befreiend. Es macht Sinn. Für 40 € kann ich mehrere Konzerte besuchen, viel Kuchen im Café essen, meinem Kind das hundertausendste Kinderbuch oder das millionste Auto kaufen, viel Bier trinken.
Ich kann aber auch jemandem ein Geschenk machen. Jemandem, der nicht eigentlich schon alles hat und "weil man das eben so macht an Weihnachten". Sondern jemandem, dem ich wirklich und aufrichtig Freude machen will. 

Ich glaube fest daran, dass es doch irgendwen oder -was gibt, dass auf uns runtergrinst und jeden von uns mag. Ohne Unterschied. Also haben wir uns hier unten auch alle lieb - macht doch Sinn! Oder nicht?

Egal ob und was ihr nun also glaubt - ich würde mich riesig freuen, wenn ihr auch in den kommenden drei Tagen noch schnell im Schuhladen um die Ecke nach dem Abfall fragen geht.
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