Dienstag, 11. April 2017

Auferstanden aus Ruinen, oder: Waschmaschinenwetter und Curry.


Irgendjemand hat das stille, beschauliche Hinterkaffhausen-Leben in die Waschmaschine gesteckt. Pflegeleicht, 40 Grad, intensiv spülen, doppelter Schleudergang. Ich hab hier schon so oft emotionale Befindlichkeiten formuliert und zwischen den Zeilen meine manchmal schwierigen, wackeligen Schritte durch die Welt thematisiert. War ehrlich und war es auch nicht: Hinter guten und schlechten Phasen, Stress und weniger Stress steckt auch mein Problem mit der Welt. Manchmal bin ich unfähig, mich einzufügen und an ihr teilzunehmen. Dann schleudert der Waschgang Stimmungen im Stundenrhythmus durcheinander, ich bin himmelhochjauchzendzutodebetrübt, habe eine geringe Aggressionsschwelle (im Auto!) und überhaupt fällt alles viel schwerer als es das eh schon tut. Die Waschmaschine hat einen anerkannten medizinischen Fachnamen und ich lerne, damit umzugehen.
In zeitlichen Engpässen, unter Druck, in fremdbestimmten engen Zeitplänen drückt immer irgendwer oder irgendetwas ungefragt auf den Anschaltknopf. Das ist Mist. Im Praktikum-Stundenplan an der Grundschule sehe ich meine Umwelt nur verschwommen durch das Bullaugen-Glas des Frontladers.



Bis sich die Lage wieder entspannt. Dann krieche ich triefend nass aus der Trommel, weil das Abpumpen nicht mehr richtig funktioniert. Habe blaue Flecken, eine zerstörte Frisur und verwischte Mascara. Fühle mich trotzdem irgendwie frisch, auch wenn sich die hartnäckige Flecken bei 40 Grad Pflegeleicht nun mal nicht beseitigen lassen. Das Wasser verdunstet in der Sonne. Ab jetzt erstmal nur noch Handwäsche, bis wieder eine Socke den Wäschekorb zum Überlaufen bringt.



Was mir hilft, wenn nichts mehr hilft, ist Essen. Meine Zuflucht. In Zeiten des Eingeschränkt-Seins hilft kreatives Ausleben am Foodsharing-Gemüse.
When live gives you Kartoffeln, Aubergine, Brokkoli und Paprika... Make a Curry.

Zutaten für ein indisches Foodsharing-Gemüsecurry mit Fenchelsamen:

  • Gemüse! und Kartoffeln
  • Hafercuisine oder Sojakochcreme oder sowas
  • Curry, Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Salz und Pfeffer - oder einfach eine indische Gewürzmischung ohne Chili
  • Fenchelsamen
  • Grünzeugdeko
Warum zur Hölle Fenchelsamen?
Fenchelsamen sind ein Gewürz, das man im Supermarkt kaufen und daraus auch Tee kochen kann. Es schmeckt... Überraschung: Nach Fenchel. Intensiv süß-würzig. Zusammen mit Kurkuma und Curry entfalten die Samen eine eigenartig milde Exotik, die langweiliges Gemüse stimmungserhellend aufwertet. Außerdem sagt man, dass Fenchelsamen  eine wohltuende Wirkung auf die Verdauung haben, krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Den Körper streicheln also. Von innen.


Zubereitung:
Kartoffeln und Brokkoli gemeinsam vorkochen. Dann mit Paprika und Aubergine in einem Wok/einer tiefen Pfanne anbraten und mit Kochcreme ablöschen. Es geht auch Pflanzendrink, denke ich. Zum Schluss mit den Gewürzen abschmecken und die Fenchelsamen unterheben. Je nach Gemüsemenge reichen 2-4 EL. Weniger ist mehr. Und wer keinen Fencheltee trinkt, sollte vielleicht besser verzichten...
Thats it.


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