Freitag, 21. April 2017

Sofa-Talks.


Ich klappe das Buch zu. Es ist kurz vor 8, Schlafenszeit. Zwei kleine kalte, nackte Kinderfüße suchen unter der Decke auf der Wohnzimmercouch noch Platz zwischen meinen Oberschenkeln. Völlig aus dem Gute-Nacht-Geschichten-Zusammenhang gerissen sagt das Kind: "Stimmts Mama, als du klein warst... Da warst du in meinem Bauch?" - "Nee", korrigiere ich grinsend, "ich war da in Omas Bauch, als ich ein kleines Baby war."
Etwas ungläubig schaut Marek mich an. "Wo war ich dann?", will er wissen, "Ich war da doch schon in deinem Bauch drin?!"
Ich überlege einen Moment. "Du...", sage ich, "Du warst... da noch Quark im Schaufenster." Korrigiere dieses komische Sprichwort dann aber schnell selbst: "Äh. Du warst da noch im Himmel, bei den Engeln. Du warst da ein kleiner Engel und bist erst in Mamas Bauch gekommen, als die Mama dann groß war."
Na, das klingt doch nach etwas. "Und dann bin ich aus deinem Bauch rausgekrabbelt und war da!", triumphiert das Kind. So ist das gewesen. Logisch.


Auf dem Weg zum Schlafzimmer fällt ihm dann aber noch etwas wichtiges ein: "Du? Mama?" - "Mh." - "Mama, warum war ich nicht in Papas Bauch drin?" - "Nur die Mamas können die Babys bekommen", erkläre ich und bin mir in diesem Moment schon gar nicht mehr sicher, ob diese Aussage jetzt überhaupt so korrekt formuliert ist. "Und der Papa...?", hakt das Kind nach. - "Das geht nicht.", sage ich. "Waruuum?", fragt das Kind.
Ich rudere. "Ähm. Weil der Papa einen Pullermann hat. Babys können doch nicht aus einem Pullermann rauskrabbeln. Babys krabbeln aus dem Pullerinchen. Und das haben die Mamas."
Todernst schaut Marek mich an. Nickt. Verständnisvoll. Ich decke ihn bis unter das Kinn zu und beuge mich herunter, um ihm einen Kuss zu geben.

Plötzlich prustet er los. Kichernd liegt das Kind im Bett, seine Arme um den Heiligen Panda geschlungen und lacht und lacht mir ins Gesicht. "Was ist denn mit dir los?", frage ich. Zwischen zwei Lachern die Antwort: "Das geht ja auch gar nicht, dass aus dem Pullermann die Kinder kommen. Der Pullermann muss ja schon das Feuer löschen!" Kicher. Ahja, verstehe. Mit gespieltem Ernst hebe ich einen Zeigefinger in die Luft und sage: "Na, so einen Pullermann kann man sich aber auch leicht verbrennen. Nimm mal besser einen Feuerwehrschlauch zum löschen!"
Kicher. "Mama!", der fast Vierjährige verdreht die Augen, "Da passe ich schon auf. Und jeder hat dann seine Aufgabe. Du hast die Babys und ich bin ein Feuerwehrmann. Okay Mama?"
- "Und wenn ich auch ein Feuerwehrmann sein möchte? Geht das?"
Kurz ist es still. Dann sagt Marek: "Na klar. Wir können beide Feuer löschen. Okay Mama?"
Okay Kind.
Und jetzt schlaf.

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